azw aktuell
01.10.15

Lernende des azw berichten über das Lehrlingslager in Obersaxen

Rund 100 Lernende der Berufsgruppen Polymechaniker, Produktionsmechaniker, Anlagen- und Apparatebauer und Kauffrau/-mann starteten ihr Berufsleben mit dem einwöchigen Lehrlingslager in Obersaxen. Begleitet wurden die Lernenden von den zuständigen Ausbildungsverantwortlichen resp. Ausbildnern. Mit den Tagesberichten der Lernenden erhalten Sie vielfältige Einblicke ins interessante Lagerleben und in erste Lehr-Highlights.

Montag, 10. August 2015
Schreibende: Till, Ana, Pascale, Dominique
Wetter: Das Wetter war schön und angenehm warm.
Highlight des Tages: Besuch im Bergwerk Gonzen.

Wir trafen uns um neun Uhr morgens in einer alten Industriehalle neben dem azw. Am Anfang waren alle noch ein wenig nervös und schüchtern, deshalb war es praktisch still in der Halle. Die einzigen, die sprachen, waren die Ausbildner, die uns die wichtigsten Informationen über die bevorstehende Woche gaben. Erst als wir im Bus waren, legte sich die Anspannung und wir fingen an uns zu unterhalten. Als wir nach ca. eineinhalb Stunden Fahrt im Bergwerk angekommen waren, gab es als erstes Mittagessen: Spaghetti-Plausch. Anschliessend wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Eine schaute zuerst einen Film über das Bergwerk Gonzen und die Andere wurde durch das Bergwerk geführt. Im Film ging es um die Entstehung und die Geschichte des Bergwerks. Als wir den Film fertig geschaut hatten, bekamen wir Helme, um uns, im Fall der Fälle, vor losen Steinen zu schützen. Dann fuhren wir mit einer kleinen Eisenbahn tief in den Berg hinein. Dort wurden wir durch verschiedene Teile des Bergwerkes geführt. Es gab sehr interessante Dinge zu sehen, wie zum Beispiel einen 18 Kilogramm schweren Bohrer, welcher Löcher für die Sprengsätze fertigte. Besonders spannend war der Wagen, in dem das Erz lagerte. Er war ziemlich laut! Anschliessend erklommen wir 162 Stufen einer sehr steilen Treppe – dies brachte einige von uns ziemlich ausser Puste. Unser Bergführer erklärte uns wie früher Erz und andere Gesteinsarten aus dem Stollen abgebaut wurden. Als die Führung nach etwa neunzig Minuten zu Ende war, waren wir alle froh wieder draussen an der Wärme zu sein. Im Berg lag die Temperatur nämlich konstant bei 13 Grad Celsius.

Wir begaben uns zurück in die Busse und fuhren weitere zweieinhalb Stunden nach Obersaxen, wo wir unsere Zimmer bezogen. Kurz darauf trafen wir uns im Garten vor dem Haus um uns besser kennenzulernen. Jeder stellte sich kurz vor und sagte in welcher Partnerfirma des azw er/sie seine/ihre Lehre machen wird, sowie was sein/ihr Hobby ist. Um achtzehn Uhr gab es Abendessen. Danach hatten wir Zeit, um uns noch ein wenig einzurichten. Um halb acht trafen wir uns wieder vor dem Lagerhaus und begaben uns runter ins Dorf, wo wir uns in einem Raum in einem Schulhaus versammelten. Dort hielt Herr K. eine kleine Präsentation über unsere bevorstehende Lehre. Nach dem Vortrag hatten wir noch etwa eine Stunde Zeit für uns. Fast alle nutzten die Zeit, um zu duschen. Danach spielten einige noch Ping Pong oder Tischfussball, die Restlichen sassen draussen und redeten. Einige lagen auch schon im Bett. Um zweiundzwanzig Uhr begaben wir uns, wie vereinbart, langsam in unsere Zimmer. Nun verabschieden wir uns mit diesem Bericht von diesem tollen und ereignisreichen ersten Lagertag.

 

 

 

Dienstag, 11. August 2015
Schreibende: Stasa, Jovana, Leroy
Wetter:  Am Morgen war es recht kalt, im Lauf des Tages wurde es immer wärmer bis zu 27 Grad.
Highlight des Tages: Julians Geburtstag und das Abendessen, nämlich Pizza.

Heute Morgen wurden wir alle um sieben Uhr geweckt. Das Frühstück, das um halb acht stattfand, verlief sehr normal, ausser dass die Jungs aus Zimmer 3 zu spät kamen und wieder hinaufgeschickt wurden. Um zehn nach acht trafen wir uns wieder auf dem Parkplatz, um ins Meilener Haus zu fahren. Hier wurde uns das Tagesprogramm mitgeteilt und wir durften auch das Mittagessen fassen. Kurz darauf wurden wir in Gruppen aufgeteilt. Einige mussten heuen, andere Äste sammeln und wieder andere arbeiteten am Fluss. Der Arbeitsort unserer Gruppe war eine Lichtung am Waldrand. Wir waren zu acht und mussten heuen, d.h. das Heu musste auf Haufen gelegt werden. Am Morgen fiel uns die Arbeit einiges leichter, da es noch recht kühl war. Nach dem Mittagessen wurde es sehr anstrengend, da die Lufttemperatur bis auf 27 Grad anstieg. Wir waren bereits um drei Uhr fertig und durften dann zurück ins Lagerhaus fahren. Wir freuten uns alle auf eine Dusche, doch als wir vor dem Haus standen, war die Tür abgeschlossen. Daraufhin mussten wir Herrn S. anrufen, damit er uns den Hausschlüssel bringen konnte. Stasa und Anjana mussten am Strassenrand auf ihn warten. Als das Lagerhaus offen war, gingen alle duschen. Bis zum Abendessen durften alle ihre Freizeit selber gestalten. 

Um 6 Uhr sollten sich alle im Speisesaal einfinden. Da wir am Morgen zu müde waren, um Julian das Geburtstagslied vorzusingen, holten wir dies beim Abendessen nach. Es gab drei verschiedene Arten von Pizza. Weil es Julians Geburtstag war, gab es zum Dessert noch zwei verschiedene Kuchen. Nach dem Abendessen mussten wir alle unsere Zimmer aufräumen, da um viertel nach sieben von den Lagerleitern eine Zimmerkontrolle durchgeführt wurde.

Danach durften wir in den Ausgang. Die einen sind runter ins Dorf, die anderen ins Restaurant Stein gegangen und der Rest blieb im Haus und spielte Ping-Pong oder Fussball. Einige haben sich in ihren Zimmern auch einfach ausgeruht. Es kehrten fast alle pünktlich zurück. Gegen Abend wurde es etwas kühl und windig. Es sah so aus als würde ein Sturm aufziehen. 

 

Mittwoch, 12. August 2015
Schreibende: Alessio, Laura, Céline
Wetter: Morgens war es etwas kühl. Gegen Mittag wurde es dann sehr warm und blieb den ganzen Tag sonnig und um die 27-30 Grad. 
Highlight des Tages: Der Badespass im Rufalipark 

Heute Morgen wurden wir, wie gestern auch, um sieben Uhr geweckt. Alle machten sich ziemlich zügig bereit, da wir um halb acht frühstücken mussten. Als wir fertig waren gingen wir in unsere Zimmer, packten unsere Rucksäcke und fuhren an unsere Arbeitsplätze.  Wir mussten noch das verbleibende Sturmholz wegräumen und es auf den Asthaufen werfen. Da wir am Tag zuvor ziemlich schnell vorangekommen sind, mussten wir an diesem Tag nicht mehr lange daran arbeiten. Als wir das gesamte Sturmholz weggeräumt hatten, packten wir bereits die nächste Herausforderung an.

Die Mädchen mussten Holzbretter von einer etwas weiter entfernten Brücke zum Asthaufen tragen. Die Jungs mussten nahe am Fluss kleine Tannen abhacken, damit die Kühe dort weiterhin grasen können. Weil die Mädchen schneller fertig waren als die Jungs, haben einige der Mädchen noch den Jungs geholfen. Der Fleiss und die Teamarbeit zahlte sich schlussendlich aus: wir konnten früher aufbrechen, um den restlichen Nachmittag im Rufalipark zu verbringen. Einige planschten im Wasser, andere sonnten sich und einige Jungs spielten sogar noch Fussball. Zum Schluss hat Herr S. noch allen ein Glacé-Cornet spendiert. Zuhause angekommen, haben die meisten geduscht und sich fürs Abendessen bereit gemacht. Es gab Salat als Vorspeise und als Hauptgang Tomaten-Spaghetti. Wer Lust hatte, konnte sich zum Nachtisch nochmals ein Cornet schnappen.

Anschliessend hatten wir noch eine stündige Präsentation über Durchhaltevermögen, Intelligenz, Talent und Fleiss. Ausserdem wurden uns einige bedeutende Menschen vorgestellt, die uns ein Vorbild sein können, wie zum Beispiel Nelson Mandela oder Michael Jackson. Uns wurde auch erklärt, dass wir, obwohl wir beruflich noch nicht so weit sind, sehr viel wert sind. Denn wir sind die Zukunft. 

 

 

 

Donnerstag, 13. August 2015
Schreibende: Eliane, Joela
Wetter: Am Morgen war es angenehm kühl, am Nachmittag wurde es wieder heiss.
Highlight des Tages: Bergwanderung und Grillplausch im Rufelipark

Wie bereits die Tage zuvor, wurden wir um sieben Uhr von unseren Leitern geweckt. Schon früh am Morgen merkte man, dass es heute einen noch wärmeren Tag geben würde als zuvor. Als wir zum Lüften die Fenster öffneten, hing noch der Nebel über dem Tal. Das Frühstück konnten wir dieses Mal etwas früher beginnen. So blieb uns mehr Zeit, um die Betten zu machen und uns für den Fussmarsch zu rüsten. Nachdem wir im Meilener Haus wieder das Mittagessen gefasst hatten, ging es los. Während sich die Mehrheit auf die bevorstehende Wanderung machte, blieben drei von uns im Wädenswiler Haus. Damit es ihnen nicht langweilig wurde, mussten sie kleine Aufträge erledigen. Die Wanderung begann mit einem anstrengenden, steilen Stück, welches uns endlos vorkam. Schleppend setzten wir nach einer Weile nur noch einen Fuss vor den anderen. Als wir endlich oben angelangt waren, wurde eine Pause eingelegt. Während manche die Sonne genossen, flüchteten andere in den Schatten. Einigermassen erholt ging es nach etwa zwanzig Minuten weiter. Bis zur Mittagspause war der Weg nicht mehr so mühsam wie zuvor. Nun genossen 104 Lernende gemeinsam das mitgebrachte Picknick und die wunderschöne Aussicht.Nach dem Mittagessen konnten wir selbständig wieder zu unseren Häusern zurückkehren. Die ersten trafen schon bald nach ein Uhr im Wädenswiler Haus ein. Einige sprangen sogleich unter die Dusche, während andere sich aus Erschöpfung erst einmal hinlegten. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir in unseren jeweiligen Häusern.

Um viertel nach fünf fingen wir an, das Material für den Grillabend zu verladen und fuhren damit zum Rufalipark. Dort angelangt, halfen einige Jungs vom Meilener Haus und wir Mädchen, welche nicht mit auf der Wanderung waren, alles zu entladen und den Grillplatz über dem See für den Abend vorzubereiten. Bald trafen auch die restlichen Leiter und Lernenden ein. Schnell war der ganze Sitzplatz gefüllt. Während wir mit knurrenden Mägen auf den Z‘Nacht warteten, wurde ausgelassen geplaudert und gelacht. Ziemlich genau um sieben Uhr konnten die ersten zwei Bänke aufstehen, um sich durch das Salatbuffet zur Grillauswahl vorzuarbeiten. Bis auch die letzten Bänke versorgt waren, standen manche schon wieder Schlange für die nächste Runde. Essen gab es reichlich. So hatte es für jeden etwas Gutes dabei. Zum Dessert gab es noch mehr Fleisch. Nach dem Essen hielt Herr K. noch eine Rede. Wir wurden nochmals darauf aufmerksam gemacht, was für prächtiges Wetter und eine tolle Woche wir hier in Obersaxen verbringen durften. Bevor wir in den Ausgang entlassen wurden, packten noch einmal alle an. Wir trugen Müll zusammen und packten die Bänke wieder in den Bus. Den Abend verbrachten wir sehr unterschiedlich. Um zehn Uhr mussten wir wieder in unseren Häusern sein. Obwohl unsere Gruppen in dieser Woche viel Spass hatten, freuten sich alle auf den guten Schlaf im eigenen Bett, oder auf den Komfort im „Hotel Mama“. Mit vollen Bäuchen und ganz erschöpft sagen wir nun gute Nacht.

 

Freitag, 14. August 2015 
Schreibende: Julian, Anjana, Nadine, Riana
Wetter: Es war regnerisch und kalt.
Highlight des Tages: Das Aufräumen des Hauses und die Abfahrt nach Winterthur

Um sieben Uhr mussten wir aufstehen und all unsere Sachen packen, damit wir möglichst früh abfahren konnten. Das Frühstück fand ausnahmsweise erst um acht Uhr statt. Nach dem Essen mussten wir das Zimmer aufräumen und reinigen. Herr Sch., der Hausbesitzer, kam persönlich vorbei, um das Zimmer zu kontrollieren. Alle packten an und halfen das Haus sauber zu machen. Um Punkt zehn Uhr versammelten sich die Lernenden mit ihren entsprechenden Leitern, um den Beginn ihrer Lehre zu besprechen. Sie diskutierten unter anderem über die Woche, die sie im Lager erlebt haben. Eine Stunde später sassen alle am Tisch und das Mittagessen wurde serviert. Als Vorspeise gab’s verschiedene Salate und zum Hauptgang Kartoffeln mit Cordon-bleu.

Die Leiter schossen noch Einzelportraits von uns. Die Garderobe wurde nochmals gründlich geputzt, danach stand das Einräumen der Gepäckstücke an und letztendlich fuhren wir los.  Die Laune der Lernenden war unterschiedlich. Die einen wollten am liebsten eine weitere Woche in Obersaxen verbringen, während andere froh waren, wieder nach Hause zu kommen und sich auszuruhen.

Während der Heimreise waren alle so müde, dass viele der Lernenden tief und fest schliefen. Nach einer Stunde Fahrt gab es eine viertelstündige Pause. Man hatte die Gelegenheit einen Snack zu kaufen oder einfach die frische Luft zu geniessen. Wir konnten von der Raststätte aus noch einmal auf die Gonzenberge zurückschauen, wo alles begonnen hatte.

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

*
*
*
*